Anthropologische Perspektiven

Raum, Bild, Gabe

Die Frage nach dem historischen Erzählen interessiert mich im Zusammenhang mit anthropologisch geprägten Fragestellungen nach dem Verhältnis von Semantik, Rhetorik und formaler Repräsentation.

Raum: Die Geschichte vormoderner Raumkonzepte interessiert mich hinsichtlich der Verschränkung sozialer und räumlicher, aber auch bildlicher, diagrammatischer und literarischer Reflexionsformen. Perspektiven zu ihrer Erforschung bietet der von mir mitherausgegebene Band “Marginalität im Mittelalter”.

Bild: Poetologischen Aspekten der Bildlichkeit vormoderner Literatur gehe ich in einigen Aufsätzen nach, zum einen im Hinblick auf Formen literarischer und theatraler Imagination, zum anderen im Hinblick auf die strukturierende und epistemische Funktion von Bildern in der Predigt und in mystischer Rede (Wedell 2008 (Fleck), 2008 (Andreini), 2010 (Zachäus), 2013 (Greiffenberg)).

Gabe: Die Poetik der Gabe interessiert mich unter dem Gesichtspunkt, dass sie in der literarischen Repräsentation nicht strikt ökonomisch gefasst wird, sondern handlungslogisch, phänomenologisch und poetologisch vielfach überschrieben ist. Die Fragestellung ist Gegenstand des von mit mitherausgegebenen Bandes “Liebesgaben”. Der literarische Gabendiskurs bietet ein poetologisches Paradigma in einem weiteren Horizont historischer Konzepte von Kommensurabilität und Inkommensurabilität. In meiner Arbeit hat sie sich aus der Analyse der vormodernen Geschichte des numerischen Wissens, insbesondere aus dem Verhältnis von zählen und sagen im Mittelalter, entwickelt.

 

Aktueller Forschungsschwerpunkt: Poetik der Genesis-Rezeption

Zählen und Sagen: numerisches und diskursives Wissen im Mittelalter